Plastiksparbuch | Buchtipp

Was jeder gegen die Plastikflut mit geringen Mitteln tun kann

Text:
Katharina Kuhlmann

Photography:
Alexander Kuhlmann

29 März 2019

Das Thema ist ein riesengroßes Problem, was lange totgeschwiegen wurde. Doch seit einigen Jahren geht die Nachricht durch alle Medien und Bevölkerungsschichten, dass unsere Welt extrem mit Plastikmüll verschmutz ist. Besonders die Situation der Meere ist dramatisch und besorgniserregend, Naturschutzorganisationen schlagen Alarm. Können wir als der sogenannte „Einzelne“ da überhaupt noch was tun oder sind wir längst machtlos gegenüber der großen Plastikflut? Das „Plastiksparbuch“ des Nachhaltigkeitsportals smarticular.net bietet über 300 alltagstaugliche Tipps, die jeder leicht umsetzen kann. Wir berichten exklusiv als einer der ersten über dieses tolle neue Buch, dass am 1. April 2019 erscheint...

Ist Plastik grundsätzlich schlecht? Wo wären wir heute ohne Plastik? Technik, Medizin, Elektronik – viele Bereiche unserer Welt wären nicht das, was sie durch die Erfindung von Kunststoffen wären. Es ist an der Realität unserer globalisierten, modernen Welt vorbeigedacht, würden wir ab dem heutigen Tag den Einsatz von Plastik grundsätzlich verbieten. Es gilt, nachzudenken. Darüber, was wir wirklich benötigen und was auf alle Fälle verzichtbar ist. Zu letzterer Kategorie gehören vornehmlich leicht ersetzbare Einweg-Plastikverpackungen und Einweg-Produkte à la Strohhalme & Co. Hier tut sich mittlerweile auch endlich etwas von politischer Seite: Unlängst beschloss die EU ein Verbot bestimmter Einwegprodukte ab 2021. Daumen hoch!

Das „Plastiksparbuch“ von smarticular, dass wir euch heute wärmstens ans Herz legen wollen, setzt genau an diesem Punkt des “Sinnlos-Plastiks” an. Es droht weder der erhobene Zeigefinger noch wird das systematische und sofortige Verbannen jeglicher Kunststoffe aus dem eigenen Leben gefordert. Es geht vielmehr um die Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten und die kleinen Schritte, die doch viel mehr bewirken, als man annehmen würde. Denn wenn Viele mitmachen, kann man Großes schaffen. Hinzu kommt: Einmal angefangen, kommt rasch die Lust, mehr auszuprobieren. Schließlich hat Plastiksparen neben positiven Effekten für Umwelt und Gesundheit noch einen weiteren entscheidenden Faktor: Es macht einfach Spaß und erfüllt uns mit Stolz, wenn wir eigene, sinnvolle Produkte herstellen, selbst backen, kochen, experimentieren, basteln und alte Hausmittel wiederentdecken.

Ein Buch nach dem smarticular-Prinzip

Rasch kommen beim Selbermachen weitere Verbesserungstipps und Ideen auf. Diese sollte man nicht für sich behalten, sondern einfach auf smarticular.net mit anderen teilen und diskutieren. Das ist übrigens immer die typische Herangehensweise des Nachhaltigkeitsportals, dass seit 2014 die besten Tipps und Ideen für ein nachhaltiges, einfaches Leben zusammenstellt. Durch die große Community wird die Brauchbarkeit der Rezepte, Anleitungen und Co. getestet und bewertet, sodass es sich um wirklich erprobte Tipps handelt.

Das Plastiksparbuch – das ist drin

Ich hatte schon fast alle Bücher des smarticular Verlages in der Hand und war stets begeistert von der Lebensnähe und Fülle der Ideen, die man in Form einer kleinen Enzyklopädie geboten bekommt. Natürlich ging es in jedem der Bücher auch um Plastiksparen. Aber das neue „Plastiksparbuch“ deckt das Thema in einer erstaunlichen Breite ab. Dies fällt schon beim über 30 Seiten starken Einleitungsteil auf, der das Thema Plastik umfangreich und von allen Seiten beleuchtet. Wissenschaftlich fundiert werden z. B. auch die unterschiedlichen Plastikarten erklärt oder eine Plastikmatrix erstellt.

Dann geht es auf in den Praxisteil, der sich sinnvoll in die folgenden Lebensbereiche gliedert: Einkauf, Küche, Ernährung, Körperpflege, Haushalt, Wäsche waschen, Kinder und Unterwegs. Dabei funktionieren alle Kapitel nach demselben, übersichtlichen Prinzip. Zunächst kommt der Kurzcheck zum Abhaken, der sich „Kleine Schritte, große Wirkung“ nennt. Hier kann vermutlich jeder, der sich für eine nachhaltige Lebensweise interessiert, schon das eine oder andere Kreuzchen setzen – das motiviert. Dann geht es nach einer kurzen Einleitung auf zu den konkreten Tipps, Anleitungen und Rezepten zum Selbermachen. Man wird über die bunte Mischung erstaunt sein, die sich hier findet. Einige Anleitungen fallen am ehesten in die Kategorie Basteln. Hier werden Wachstücher als Frischhaltefolien-Ersatz selbst hergestellt, Kosmetikpads genäht oder Mülltüten gefaltet. Es wird auch gekocht und gebacken, z. B. Toastbrot, was man sonst nur aus der Plastiktüte im Supermarkt kennt, aber auch Joghurt, Quark und Mozzarella. Wir begeben uns in ein kleines Laboratorium, wenn es darum geht, Shampoo, Deo, Wasch- und Putzmittel selber herzustellen. Und es gibt jede Menge Anregungen für Entscheidungen, die große Effekte nach sich ziehen können, z. B. der Umstieg von Wegwerf- auf Stoffwindeln für Babys oder die Wahl von umweltschonenden Alternativen für die Monatshygiene. Am Ende jedes Kapitels finden sich noch zusätzliche, kleine Tipps und Anregungen von smarticular-Leser*innen, die weitere Denkanstöße geben. Unter den jeweiligen Anleitungen gibt es zudem Links, die direkt zum Thema auf smarticular führen. Hier gibt’s aktuelle Infos und Kommentare anderer Leser*innen als Update.

Kauf des Buches unterstützt „Küste gegen Plastik e. V.“

Toll ist, wenn man mit einem guten Buch auch noch einen guten Zweck unterstützen kann. Mit einem Teil des Erlöses aus jedem Buch unterstützt smarticular direkt die Arbeit des Vereins „Küste gegen Plastik e. V.“. Dieser setzt sich seit 2014 gegen die massive Plastikverschmutzung der Meere ein und sieht vor allem Hersteller in der Pflicht, Verbraucher*innen alternative Verpackungen ohne Plastik zu bieten. Dazu hat der Verein eigens die App „ReplacePlastic“ entwickelt. Durch den einfachen Scan des Barcodes mit dem Smartphone wird eine Nachricht an den Hersteller eines Produktes auf den Weg gebracht, in der um eine andere Art der Verpackung gebeten wird. So können Produzenten und Konsumenten direkt in Kontakt kommen und bestenfalls werden Hersteller dazu veranlasst, neue Verpackungsmaterialien zu entwickeln und zu erforschen. Die Spende aus dem Verkauf des „Plastiksparbuches“ wird zur Weiterentwicklung der App verwendet.

Fazit: Das umfangreiche „Plastiksparbuch“ bietet viele praxistaugliche Tipps zum Plastiksparen, ohne dogmatisch zu sein. Jeder wird in dem übersichtlichen Buch schnell fündig und kann sich die besten Tipps für die eigenen Bedürfnisse zusammenstellen.

smarticular Verlag (Hrsg.):
Plastiksparbuch
Mehr als 300 nachhaltige Alternativen und Ideen, mit denen wir der Plastikflut entkommen
Berlin 2019
broschiertes Taschenbuch, 288 S.
ISBN: 978-3-946658-33-7
16,95 €

Hier könnt ihr das Buch bestellen!

Weitere interessante Bücher, die im smarticular Verlag erschienen sind, findet ihr im Blog unserer veganen Schokoladenmarke iChoc vorgestellt:

Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie
„Das Natron Handbuch“
„Selber machen statt kaufen – Haut & Haar“
Geh raus! Deine Stadt ist essbar
Grüner Faden (Jahresplaner)

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