Die Subkultur der Schokobiere

Themenmonat Schokolade & Bier, Teil 2

Text:
Alexander Kuhlmann

Photography:
Alexander Kuhlmann

7 März 2019

Dass Schokolade und Bier gut zusammen passen, unterstreichen wir soeben mit unserem Themen-Special. Doch was ist mit Bieren, die rezepturseitig bereits Schokolade oder Kakao enthalten? Ja, die gibt es auch! Aber taugt das? Ein kleiner Exkurs in die Subkultur der Schokobiere...

Brooklyn, New York. Hier soll anno 2015 das erste reine Schokoladen-Bier entstanden sein. Ein Bier, das nur aus Schokolade gebraut wurde. Die Schöpfer sind keine Unbekannten in der Schokoladenzunft. Es handelt sich um die berüchtigten Mast Brothers, zwei bärtige Brüder und Schokoladencrafter, die sich immer wieder medienwirksam in Szene zu setzen wissen. Das Problem: Im Schoko-Bier sind weder Hopfen noch Alkohol enthalten. Innovation oder PR-Coup? Und darf sich so etwas noch Bier nennen? The German Reinheitsgebot says „no“!

Trotz solcher „Grenzüberschreitungen“ hat Kakao im Brauprozess durchaus seine Berechtigung. Warum auch nicht? Ähnlich wie die Kaffeebohne ist die Kakaobohne ein komplexer Aromenträger, mit dem sich freilich gut experimentieren lässt. Die Ergebnisse können – je nach Fachkundigkeit des Brauhandwerkers – mannigfaltig ausfallen, von der seichten Schoko-Herznote bis hin zum stark-röstigen Kakaoaroma im Abgang. Hier gibt es viele Möglichkeiten, den Kakao zu „inszenieren“. Entweder werden die gerösteten Kakaobohnen direkt mitgemaischt oder aber – wie beim Hopfenstopfen – erst mit Beginn der Gärung verarbeitet. Auch der Grad der Röstung und die ureigenen geschmacklichen Eigenschaften der Kakaobohne können hierbei eine entscheidende Rolle spielen. Kommt ein kräftiger oder eher milder Kakao zum Einsatz? Wie lange wurde dieser fermentiert? Was für regionale Besonderheiten (Fruchtigkeit, kaffeeartige Aromen, etc.) bringt der Kakao mit? Wahrlich eine Wissenschaft für sich…

Im Laufe der letzten Jahre habe ich viele Schokobiere probiert. Mal bessere, wie das „Barista Chocolate Quad“ der belgischen Castle Brewery Van Honsebrouck, mal schlechtere, wie das „Biere Saveur Chocolat“ der elsässischen Brasserie Uberach. Wenn ich ehrlich bin: So richtig überzeugt hat mich keins. Mein Tipp: Lieber mit den einzelnen Bausteinen spielen. Sprich: Ein reines charakterstarkes Bier auf der einen und verschiedene Schokoladen-Varianten auf der anderen Seite. Experimentieren erlaubt! Oder aber auf hochwertige Pralinen oder Trüffel zurückgreifen, in denen ein gutes Bier verarbeitet ist.

Aus dem Foodpairing kann man übrigens auch ein nettes Event machen! Für solche nerdigen Späße finden sich immer ein paar Freunde, die mitmischen. Davon können wir in Teil 3 unseres „Schokolade & Bier“-Specials selbst ein Lied singen…

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