Die Geschichte der… Neujährchen

mit einem Rezept für luxuriöse Eiserwaffeln mit zweierlei Schokofüllungen

Text:
Katharina Kuhlmann

Photography:
© Lisa Nieschlag

21 Dezember 2022

In vielen Familien, vor allem im nördlichen Teil Deutschlands, ist es gelebte Tradition, sogenannte Neujährchen zu Silvester und Neujahr zu backen. Noch nie davon gehört? Es handelt sich um dünne, knusprige Waffeln, die nach dem Backen heiß zu Rollen oder Hörnchen geformt werden. Ein berühmter Vertreter ist auch das klassische Eishörnchen. Aber warum gibt es diese Tradition? Wir lüften die Geschichte der knusprigen Röllchen, die unter vielen verschiedenen Namen bekannt sind. Außerdem haben wir für euch zum Selbermachen ein tolles Rezept für köstliche Eiserwaffeln mit zweierlei Schokofüllungen. Kommt gut ins neue Jahr!

Ein „Hippengebäck“ mit vielen Namen

Das Gebäck, um das sich bei uns heute alles dreht, hat viele, regional unterschiedliche Namen. Ob Neujährchen, Neujahrskuchen oder -hörnchen, Eiserwaffeln, Eiserkuchen, Röllekes oder Piepkuchen – gemeint ist immer ein als Hörnchen oder Rolle geformtes Gebäck, das aus ähnlicher Masse besteht und auf die gleiche Art gebacken wird. Der recht flüssige Teig heißt im Fachjargon „Hippenmasse“ und besteht aus nur wenigen Zutaten wie Eiweiß, Mehl, Zucker und Fett. Hinzu kommen, je nach regionaler Tradition, Gewürze wie Kardamom, Zimt, Anis usw. In der Regel wird die Masse in speziellen Waffeleisen sehr dünn ausgebacken. Noch heiß werden die Hippen (mittelhochdeutsch vermutlich „dünnes Gebäck“) in Form gerollt. Für Hörnchen kann dazu ein sogenanntes Waffelhorn aus Holz verwendet werden. Die Hippen erkalten schnell und erstarren in der gewählten Form. Bei richtiger Lagerung, z. B. in einer Blechdose, bleiben sie für viele Wochen fest und knusprig.

Die Geschichte der Hippen

Doch woher kommen die knackigen Hörnchen, die sich zudem auch noch köstlich mit Sahne, Eis und Co. befüllen lassen? Wie sooft gibt es wohl nicht die eine Urvariante. Aber sicher ist der Ursprung in mittelalterlichen Klöstern Frankreichs, Belgiens und der Niederlande. Es gibt Hinweise darauf, dass sich die ursprüngliche Tradition der Hippen bereits im 9. Jahrhundert nach Christus in den klostereigenen Hostienbäckereien entwickelte. Von dort aus verbreitete sich diese Backkunst über ganz Europa und entwickelte ihre eigenen Spielarten.

In früheren Jahrhunderten wurden die „wafeln“, wie sie 1854 im Deutschen Wörterbuch der Gebrüder Grimm bezeichnet werden, in speziellen Eisen direkt über dem Feuer gebacken. Diese mehrere Kilogramm schweren Eisen mussten zunächst mit einer Zange zusammengehaltern werden, was ein wahrer Kraftakt war. Die verwendeten Eisen waren filigran verziert und hatten als Grundstruktur ein Wabenmuster. Daraus könnte sich der Name Waffel abgeleitet haben. Aufgrund der hohen Wertigkeit wurden diese Eisen lange auch als individualisierte Geschenke für besondere Feste und als typischer Teil der Aussteuer genutzt. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen Waffeleisen auf, die sich in den Herd einsetzen und drehen ließen, was die Herstellung der Hippen deutlich erleichterte. Heute werden in der Regel nur noch elektrische Waffeleisen für die dünnen Waffeln verwendet.

Eine Tradition um die Jahreswende

In vielen Familien, vor allem im Norden Deutschlands, ist es seit Generationen Tradition, um den Jahreswechsel Hippen in Form von Neujahrsgebäck zu backen und zu verzehren. Diese Traditionen gehen vermutlich darauf zurück, dass in den bäuerlichen Betrieben der Vergangenheit in den Wintermonaten wenig bewirtschaftet werden konnte. Es stand mehr Zeit für das leibliche Wohl zur Verfügung und auch die Zahl der Gäste häufte sich in der ruhigeren und festreichen Wintersaison. Hierzu war ein Gebäck, dass bei seiner Feinheit dennoch sehr lange haltbar war, ideal für spontane Besuche.

In manchen ländlichen Regionen sind Neujahrsbesuche von Nachbarn, Familie und Freunden auch noch heute eine gesellige Neujahrstradition, bei dem Neujährchen, Röllekes oder Eiserkuchen auf keinen Fall fehlen dürfen.
Wenn auch ihr vielleicht zu Silvester oder Neujahr Gäste erwartet – die Freude über frischgebackene Hippen ist sicherlich groß. Probiert doch dazu unser Rezept für schokoladig gefüllte Eiserkuchen aus…

Eiserwaffeln mit zweierlei Schokofüllungen | Rezept

Zutaten

Für ca. 40 Stück


Für die Eiserwaffeln:

250 g

brauner Kandiszucker

250 ml

Wasser

125 g

zimmerwarme Butter

1 Pck.

Vanillezucker

1 TL

Zimt

2 Prisen

Salz

2

Eier (Gr. M)

250 g

Mehl Type 405

Für die dunkle Füllung:

150 g

VIVANI Feine Bitter Kuvertüre

400 ml

Schlagsahne

Für die helle Füllung:

150 g

VIVANI Weiße Kuvertüre

400 ml

Schlagsahne

Außerdem:

geschmacksneutrales Speiseöl

Hörncheneisen


Zubereitung

Warte- / Kühlzeit
über Nacht + 1 Stunde

Schwierigkeitsgrad
mittel

01

Die Füllungen am Vortag vorbereiten. Dazu die dunkle und die weiße Kuvertüre grob hacken und jeweils in eine separate Schüssel füllen. Von jeder Sorte ein wenig für die Dekoration zurückbehalten. Nach Belieben die Deko-Schokolade noch etwas feiner hacken.

02

Die erste Sahne in einem Topf aufkochen lassen und auf eine der Schokoladensorten gießen. Die Schokolade unter Rühren auflösen. Mit der anderen Sahne ebenso verfahren.

03

Beiden Schüsseln abdecken und über Nacht kaltstellen.

04

Am nächsten Tag die Eiserwaffeln zubereiten. Hierzu Kandiszucker und Wasser in einem Topf aufkochen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen.

05

Butter, Vanillezucker, Zimt und Salz mit dem Handrührgerät schaumig schlagen. Eier nach und nach unterrühren. Das Zuckerwasser kurz unterrühren. Zum Schluss das Mehl zugeben und die Masse zu einem glatten Teig verrühren. Den Teig abgedeckt mindestens 1 Stunde kaltstellen.

06

Das Hörncheneisen fetten und den Teig nach und nach darin zu dünnen, goldbraunen Hippen ausbacken. Jede Hippe sofort noch heiß zu Röllchen formen.

07

Die Eiserwaffeln unmittelbar nach dem Auskühlen in eine Blechdose schichten und luftdicht verschlossen lagern, damit sie knusprig bleiben.

08

Nun die kalten Schokoladensahnen jeweils mit den Schneebesen des Handrührers aufschlagen, bis sie fester werden. Jede Schokosahne in einen eigenen Spritzbeutel füllen und die abgekühlten Eiserwaffeln damit befüllen.

09

Mit der zurückbehaltenen, gehackten Schokolade der jeweils anderen Sorte dekorativ bestreuen. Sofort servieren.


Vielen Dank an Lisa Nieschlag vom Foodblog Liz & Friends für die immer wieder fantastischen Rezepte, die sie für uns kreiert. Auch lieben wir ihre Bücher, die wir hier regelmäßig vorstellen. Lisa ist Designerin und Fotografin, betreibt zusammen mit Lars Wentrup eine Kommunikationsagentur in Münster und ist u. a. Autorin der beliebten Buchreihe “New York Christmas”.

 

www.lizandfriends.de

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