Fairer Vivani Kakao:
Unser eigenes Kakaoprojekt

Hintergründe und Entwicklungen des "Sustainable Organic Cocoa Projects" in der Dominikanischen Republik - immer aktuell

Text:
Alexander Kuhlmann

Photography:
© Sustainable Organic Cocoa Project

14 Januar 2022

Um die Situation in den Ursprüngen unseres Kakaos nachhaltig zu verbessern, haben wir gemeinsam mit zwei starken Partnern - der Weinrich Schokoladenfabrik und der Fuparoca-Stiftung - ein eigenes "Direct Trade"-Projekt für besonders nachhaltig und fair erzeugten Kakao in der Dominikanischen Republik ins Leben gerufen. Auf dieser Seite halten wir euch über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Gemeinsam mit unserem Produktionspartner – der Schokoladenfabrik Weinrich – und der dominikanischen Stiftung FUPAROCA, Inc. möchten wir die Lebensgrundlage von (zunächst) 150 kakaoproduzierenden Familien in den östlichen Regionen der Dominikanischen Republik aktiv verbessern. Im Oktober 2020 ist das Projekt offiziell gestartet und verzeichnet bereits erste Erfolge. Was genau passiert, erfahrt ihr weiter unten in unserem Newsticker.

Neben einer lückenlosen Rückverfolgbarkeit des Kakaos bis zu den Farmen sind weitere langfristige Ziele des „Sustainable Organic Cocoa Projects“ die Steigerung der Ernteerträge und der Biodiversität auf den Farmen, der Zugang zu Trinkwasser sowie die Zahlung von zusätzlichen Prämien an die Farmer*innen. Gezielte Schulungen sollen die Teilnehmer*innen in den besonderen Ansprüchen des ökologischen Anbaus und der „Good Agricultural Practices“ stärken. Hierdurch können sie ihr Einkommen und ihre Lebenssituationen nachhaltig verbessern.

Der „Direct Trade“ Kakao aus diesem besonderen Projekt wird sukzessive in die Produktionen unserer VIVANI Schokoladen einfließen.

+++ März 2022 | “Eine ganz besondere Familie” +++

Weinrich Mitarbeiterin Mayari (links im Bild) kümmert sich federführend um die Betreuung des „Sustainable Organic Cocoa Projects“. Vor einigen Wochen war sie wieder zu Besuch in der Dominikanischen Republik und hat auf ihrer Reise ganz wunderbare Menschen kennengelernt. Zum Beispiel eine wirklich besondere Familie in Higuey. Bio-Kakaoproduzent:innen in dritter Generation. Die Kakaofarm gehörte den verstorbenen Großeltern. Cecilio Berroa ist hier geboren und unter Kakaobäumen aufgewachsen. Seine Frau Carmen kennt den Kakaoanbau ebenfalls seit ihrer Kindheit. Heutzutage kümmert sich ihr gemeinsamer Sohn Marcial Berroa um die Kakaofarm.

1 Hektar der Farm wird in den kommenden Monaten im Rahmen des „Cocoa Projects“ renoviert werden, da sie aktuell eine sehr geringe Produktivität aufweist. Dabei werden 1050 Kakaopflanzen gepflanzt. Das ist bitter nötig, denn die meisten Kakaobäume sind bereits über 100 Jahre alt. Es ist schon erstaunlich, das hier in all den Jahren kein bißchen Land der Viehzucht zum Opfer fiel. Schon beim Betreten der Farm spürt man den Unterschied. Die Temperatur kühlt ab, das Klima wird feuchter – man spürt das Leben. Die Familie Berroa ist sehr stolz auf ihre Geschichte und ihre Treue zum Kakao. Mayari hat sie bereits vor zwei Jahren kennengelernt, bevor das Projekt begann. Die Gastfreundschaft und Leidenschaft für ihre Arbeit war schon damals überwältigend. Noch in diesem Jahr plant Mayari einen erneuten Besuch, um sich die Fortschritte der Finca-Renovierung anzuschauen.

+++ Januar 2022 | “Wassernutzung” +++

Die Kakao-Farmen werden renoviert und rehabilitiert. Um eine bessere Trinkwasserversorgung zu gewährleisten, wurden einige Wasserfilter geliefert. Stolz präsentieren Colasa Evita und Jairo Vasquez ihre neue hauseigene Filteranlage. Außerdem wurde eine neue Regenwassernutzungsanlage installiert. Es tut sich was.

+++ August 2021 | Workshop “Bio-Dünger” +++

In den letzten Wochen gab es zahlreiche weitere Workshops für die Kakao-Produzent*innen, die am Projekt teilnehmen. Hierbei wurde gezeigt, wie sich Bio-Dünger und umweltfreundliche Präparate zur Schädlingsbekämpfung herstellen lassen. Als “Rattengift” funktioniert beispielsweise eine Mischung aus pulverisierten Avocado-Kernen, geriebener Kokosnuss und Salz. Dieses Öko-Präparat wird dann im Unterholz der Kakaobäume verteilt und hält Ratten fern, ohne die Böden zu belasten oder irgendeinen weiteren Schaden anzurichten. Auf den Fotos sieht man einige Teilnehmer*innen bei der Arbeit.

 

+++ Juni 2021 | Workshop “Pfropfen” +++

In der Region La Altagracia im Osten der Republik wurde damit begonnen, den Kakaoproduzent*innen zu zeigen, wie man eine Kakaopflanze “propft”. In verschiedenen Workshops erklären erfahrene “Kakaotechniker”, wie es funktioniert. Unter “Propfen” versteht man einen Veredelungsprozess, der es ermöglicht, einen bestehenden Kakaobaum um produktive Äste zu bereichern, die seinen generellen Ernteertrag erhöhen. Hierfür werden gesunde Zweige eines anderen Baumes in den eingeritzten Stamm eingesetzt und fixiert, damit sie dort anwachsen. Das spart Zeit und Kosten, da nicht erst ein neuer Setzling hochgezogen werden muss. Auch altersschwache Bäume lassen sich durch diesen Prozess ideal revitalisieren und müssen nicht abgeholzt werden. Durch das Pfropfen lassen sich sogar unterschiedliche Kakaosorten an einem Baum “andocken”. Eine tolle Methode, um die allgemeine Vielfalt der eigenen Plantage platzsparend zu erweitern. Die Teilnehmer*innen sind wirklich verblüfft, was alles möglich ist…

Kakaoprojekt VIVANI VIVANI Direct Trade VIVANI Direkter Handel Weinrich Kakao Fuparoca Stiftung Direktbezug Kakao VIVANI Biodiversität sustainable organic cocoa project fairer Kakao VIVANI