Mystisches Peru

Ein Land der bunten Vielfalt - nicht nur bei seinen Kakaosorten

Text:
Alexander Kuhlmann

Photography:
istock © sorincolac
Alexander Kuhlmann

26 Juni 2019

Hohe Berge, tiefe Schluchten, uralte Ruinen, pulsierende Metropolen. Peru ist ein Land der Gegensätze und der bunten Vielfalt. Diese zeigt sich auch im Kakaoanbau. 60% aller weltweit bekannten Kakaosorten stammen aus dem drittgrößten Land Südamerikas. Grund genug, mal einen Blick auf diesen magischen Staat am Amazonas zu werfen...

Urwuchs und Touristen-Chic

Würde man die Landschaft Perus nur in wenigen Adjektiven beschreiben, käme man um das Wort “spektakulär” nicht herum. Das Land zeigt sich von einer unfassbar farbenfrohen Seite. Angefangen bei den bunten Ponchos der Alpaka-Hirten, über das tiefe Dunkelgrün der jahrtausendealten Urwälder, bis hin zu der atemberaubenden Farbenmagie der Rainbow Mountains (Titelbild). Ein Land, das Künstler inspiriert. Und Touristen magnetisiert. Hauptattraktion ist mit Sicherheit die auf einem Bergrücken in 2.430 Metern Höhe gelegene Inkastadt Machu Picchu in der Region Cusco. Kaum ein Tourist wird nach Hause fahren, ohne den obligatorische Snapshot auf der Kuppe der alten Ruinenstadt – wenn möglich gerne auch noch mit Alpaka in der Statistenrolle.

Wo wir bei einem weiteren Highlight wären, das viele Menschen mit Peru in Verbindung bringen. Das Alpaka. Diese besondere Kamelform verfügt über eine sehr begehrte Wolle. Eines der wichtigsten Exportgüter des Landes. So ist es sehr wahrscheinlich, auf einer Reise durchs Land relativ häufig Bekanntschaft mit diesen wolligen Zeitgenossen zu machen. Immerhin leben in Peru schätzungsweise rund 3,5 Millionen Tiere. Das sind gute 80 Prozent des weltweiten Alpaka-Bestandes. Zur Orientierung: Rund 32 Millionen Menschen besiedeln das Land, davon knapp 9 Millionen in der Hauptstadt und Metropolregion Lima.

Knapp 100 km südöstlich von Machu Picchu findet sich der Vinicunca, ein Berg wie aus einem Märchen. Mit seinen sieben Farben sieht er aus, als ob sich ein Regenbogen auf ihm abgelegt hat. Kein Zauber, sondern geologische Faszination in Reinkultur. Eine Farbenpracht aus verschiedenen, Millionen Jahre alten Mineralien, welche sich durch tektonische Aktivität mit der Zeit überlagert haben.

Herz und grüne Lunge des Landes ist natürlich der Amazonas, der in den peruanischen Anden – gespeist von den beiden Quellflüssen Marañón und Rio Ucayali – seinen Ursprung findet, um von dort aus knappe 7.000 km durch Südamerika zu mäandern. In den Regenwäldern des Amazonasgebietes und am Fuße der Anden findet man sie noch, die unberührten urwüchsigen Ökosysteme, derer sich der Mensch noch nicht bemächtigt hat. Die Betonung liegt hierbei auf “noch”. Aber dazu später mehr…

 

Geheimnisvolle Kakaowelten

Peru und Kakao verbindet eine uralte Beziehung. Das südamerikanische Land gilt als eine der wichtigsten Kakaonationen, da es 60% aller weltweit bekannten Kakaosorten beheimatet. Seit dem 19 Jh. ist es einer der größten Kakaoerzeuger Südamerikas. Weit über 70.000 Tonnen Kakao werden dort jährlich produziert. Außerdem gehört Peru zu denjenigen Ländern der Welt mit der größten biologischen Vielfalt. Die besondere Beschaffenheit der Böden, der botanische Reichtum und das spezielle Klima in den Tälern und an den Hängen der Anden geben den Kakaoarten ihren ureigenen fruchtig-herben Geschmack, mit spannenden Noten von würzigen Nüssen und Trockenobst. Diese Charakteristik hat den Peru-Kakao weltweit berühmt und attraktiv für die besten Chocolatiers der Welt gemacht. Die wichtigsten Kakaoarten sind neben dem Criollo “Fine Flavour Cocoa” – so die offizielle Bezeichnung für Edel-Kakao – die Sorten Trinitatio, Forastero und der “weiße Kakao” Piura.

Peru durch die nachhaltige Brille...

Rund 80 Prozent des Landes sind mit tropischem Regenwald bedeckt. Gute 60 Prozent davon werden offiziell noch als “Urwald” eingestuft. Zahlen, die sich auf den ersten Blick gut anhören. Wäre da nicht der Mensch und der immense Bedarf an Nutzungsflächen und Rohstoffen. Jährlich fallen über 220.000 Hektar Wald der kommerziellen Landwirtschaft, dem Bergbau und der Ölgewinnung zum Opfer. Eine Bilanz, die alarmiert! Umso wichtiger ist es, die peruanischen Landwirte von der Sinnhaftigkeit nachhaltiger Anbaumethoden zu überzeugen. Stichwort: Biodiversität. Begrüßenswerter Weise gibt es bereits einige Initiativen, die den Bauern agroforstliche Wege zeigen, wie sie – ganz ohne Monokultisierung – ihre Erträge steigern können, ohne dabei die Artenvielfalt der Flora und Fauna zu schädigen. Im Fokus stehen hierbei drei zentrale Exportgüter: Bananen, Kaffee und Kakao.

Es sind Kakao-Kooperativen, wie El Quinacho oder Divisoria, die ihre Arbeit bereits völlig nachhaltig ausgerichtet haben – und von dem weltweiten Bedarf an biologisch angebautem Peru-Kakao profitieren. Handelsunternehmen, wie die Schweizer Firma Pronatec, unterstützen die Kooperativen bei dieser Umstellung, schulen die Bauern in der ökologischen Forstwirtschaft und helfen mit ihrem Know-How bei Investitionen in neue Werk- und Fahrzeuge, Lagerhäuser oder Fermentationsstationen. So ist der Bioanbau in Peru mittlerweile ein wichtiger Wirtschaftszweig geworden. Mit großem Zukunftspotential. Seit 2006 gibt es in Peru sogar eine eigene Gesetzgebung für Bioprodukte, die durch lokale Kontrollbehörden überwacht wird. Was den Kakaosektor angeht, gehört Peru – nach der Dominikanischen Republik – aktuell zu den wichtigsten Produzenten von biologischem Kakao weltweit.

 

 

 

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