Die „Schule der Freundschaft“ ist eine Grundschule für Kinder aus ärmsten Verhältnissen und für sogenannte „Restaveks“.

Restaveks sind Kinder, häufig vom Lande, welche von ihren eigenen Eltern nicht ernährt werden können und deshalb an Verwandte oder Gastfamilien in der Stadt abgegeben werden. Dort müssen sie meist die gesamte Hausarbeit und weitere anstrengende Arbeiten erledigen und bekommen dafür kein Geld, sondern häufig nur eine provisorische Schlafgelegenheit und ein wenig Essen. Es ist eine moderne Form der Sklaverei. Eigentlich wird von den Gastfamilien erwartet, dass sie die Restavek Kinder auch halbtags zur Schule schicken, aber dies ist sehr oft nicht der Fall, vor allem wenn Schulgebühren verlangt werden.


In unserem „Ecole Amitié“-Newsticker halten wir Sie immer auf dem Laufenden, was in der Schule gerade passiert und wie Ihre Spendengelder Einsatz finden.

Schauen Sie gerne mal rein

Lernen für's Leben

Das Projekt Ecole Amitié in Cap Haitien

www.ecoleamitie.com

Eröffnet 1996 in einem Elendsviertel von Cap Haitien im Nordosten von Haiti, besteht diese Schule trotz stetiger politischer Wirren, Naturkatastrophen und weiterer Schwierigkeiten bereits seit über 20 Jahren. Bis heute bemühen sich ihre couragierten Gründer um ihr Überleben und schrittweise Verbesserungen. Initiator und Begründer des Projektes, der haitianische Lehrer Pierre Wallace, ist 2005 verstorben, jedoch sind sein Nachfolger Joel Ambroise sowie die in Cap Haitien lebende deutsche Malerin Laetitia Schütt und ihre Schwester Cornelia, und auch die ehrenamtlich helfende Regina Matt, die in Deutschland Spenden für die Schule sammelt, nach wie vor mit großem Engagement dabei.

Die Ecole Amitié ist zu einer etablierten gesellschaftlichen Stütze im Ort geworden und ermöglicht jährlich etwa 800 Kindern den Zugang zu einer Grundbildung. Das Schulprogramm bietet zwei Vorschuljahre an, danach werden die Schüler/innen von der 1. bis zur 6. Klasse unterrichtet. Gelehrt werden Lesen und Schreiben (in Haitianischem Kreole und Französisch), Grundlagen der Mathematik und etwas nützliches Allgemeinwissen.

Neben dem Schulunterricht haben die Kinder auch die Möglichkeit an einigen Freizeitaktivitäten teilzunehmen, welche mit Begeisterung angenommen werden. So hat sich in der Schule sogar ein eigener Judoclub gegründet. Musikalische Angebote wie Mitwirken in einem Chor oder in einer Blechkapelle sind höchst beliebt, und in Kunstkursen wird die Kreativität der Kinder gestärkt.

Außerdem gibt es eine Nähschule, die älteren Schülen den Weg in eine selbstbestimmte Zukunft und bezahlte Arbeit zeigen kann. Schuluniformen und auch eigene Kleidung werden so kostengünstig geschneidert und machen ihre Schöpfer besonders stolz und glücklich. Durch die gesammelten Erfahrungen erhöhen sich außerdem die Berufschancen der Näherinnen und Näher.

Ein weiterer Bestandteil des Schulprogramms ist die Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder, sowie die Aufklärung über ihre eigenen Rechte. Da die Restaveks in der Regel von ihren Gastfamilien ausgebeutet werden, und nicht selten Gewalt und Missbrauch erfahren, ist die Stärkung ihrer Identität besonders wichtig. Es hilft ihnen außerdem dabei, positive Zukunftsperspektiven für sich selbst zu sehen. Diese bleiben ihnen unter normalen Umständen völlig verwehrt, was die Restavek-Situation zu einer großen Problematik in Haiti macht.

Ein harter Alltag mit
unerwarteten Rückschlägen

Das 20-jährige Jubiläum der Ecole Amitie sorgt in der Ecole Amitié derzeit leider nicht für ausgelassene Stimmung, denn es herrscht wieder einmal politische Krisenstimmung im Land, hervorgerufen durch die mehrmals verschobene Wahl eines neuen Präsidenten. Auch finanziell ist es ein schweres Jahr für die Ecole Amitié, denn neben Spendenengpässen geriet die Schule mehrfach ins Zentrum von zerstörerischen Unwettern und Überschwemmungen. Diese treten in Haiti häufig auf und verursachen immer wieder Rückschläge durch Schäden an der Infrastruktur, für die wertvolle Spendengelder aufgewendet werden müssen. Diese fehlen dann an anderer Stelle. Staatliche Förderungen fallen immer wieder aus, deshalb ist die Schule sehr auf den Einsatz teilweise ehrenamtlicher Helfer angewiesen und die Lehrer müssen manchmal lange auf ihr ohnehin bescheidenes Gehalt warten. Leider muss die Schule, ebenfalls wegen mangelnder Mittel und dem Ausbleiben von Lebensmittellieferungen durch Staat oder Hilfsorganisationen, die wichtige Schulverpflegung bis auf weiteres aussetzen. Dies ist hochproblematisch, da das Schulessen für einige Kinder bisher die einzige sichere Mahlzeit des Tages war und auch ein wichtiger Anreiz der Restavek-Gastfamilien war, diese Kinder überhaupt zur Schule zu schicken.

Durch einen persönlichen Kontakt zur haitianischen Sängerin TiCorn, (“petite Cornelia” Schütt ist deutscher Abstammung) sind wir auf die vorbildliche Arbeit der Ecole Amitie aufmerksam geworden und möchten nun einen Beitrag zu ihrem Fortbestand leisten.