Plán daně z cukru: Moudrost posledního závěru?

Ein Plädoyer

Text:
Katharina Kuhlmann

Photography:
EcoFinia GmbH

úterý 12. srpna 2015

Seit einiger Zeit spricht die SPD von ihren Absichten, Deutschland sukzessive gesünder machen zu wollen. Mittel zum Zweck soll hier eine sogenannte "Zuckersteuer" sein, welche die Kaufentscheidung von "ungesunden" Süßwaren erschweren soll. Der bislang ermäßigte Steuersatz von 7 % könnte hiernach auf 19 % angehoben werden. In anderen europäischen Ländern habe sich dieses Modell laut Aussage der SPD-Bundestagsfraktion bereits bewährt.

Als Schokoladen-Hersteller sind wir von derartigen Absichten natürlich unmittelbar betroffen. Dennoch stellen wir uns ganz objektiv die Frage: Ist das der richtige Weg, ein nachhaltiges Umdenken im Ernährungsverhalten zu erreichen? Muss es den Käufer erst finanziell schmerzen, damit er zum Besseren geläutert wird? Wir finden “nein” – wie 68 % der Deutschen, die laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK die “Zuckersteuer” ablehnen.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Forderung nach einer “Zuckersteuer” kürzlich als “diskriminierend und dreist” zurückgewiesen. Die Maßnahme treffe besonders Geringverdiener und impliziere damit, dass sich besonders diese schlecht ernähren. Stattdessen sprach sich die NGG für eine bessere Aufklärung über gesunde Ernährung in Kindergärten und Schulen aus. “Kinder müssten wieder lernen, mit Lebensmitteln umzugehen” heißt es in einem Statement der NGG-Vorsitzenden Manuela Rosenberger.

Als Bio-Produzent sehen wir uns ohnehin in der Verantwortung, “bewussten Genuss” zu verkörpern. Der Mensch muss wieder lernen zu genießen. Lernen, Lebensmitteln wieder einen bestimmten Wert beizumessen. Auch muss es möglich sein, Produkte generell wieder zu verstehen. Hier sind wir – als Hersteller – in der Pflicht, so transparent, verständlich und nachvollziebar wie möglich zu sein. Angefangen bei den Zutaten, bis hin zum Ursprung unserer Rohstoffe.

Ein solcher “Versteh”-Prozess, was nun “gesund” und “weniger gesund”, “gut” und “weniger gut” ist, beginnt idealerweise im Kindesalter – und wird von Eltern, Erzieher/innen und sonstigen Vertrauenspersonen begleitet und entscheidend geprägt. Wenn wir unseren Kindern die Lust am guten Lebensmittel vorleben, werden sie von sich aus die richtigen Entscheidungen treffen – ein unbezahlbarer Mehrwert, ganz ohne Mehrwertsteuer.

"Kein Genuss ist vorübergehend, denn den Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend."
Johann Wolfgang von Goethe

Hintergründe Mehrwertsteuer

In Deutschland sind die meisten Lebensmittel mit dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent belegt, so auch Süßwaren, wie Schokolade, Eis und Gummibärchen. Getränke – egal ob alkoholfrei oder -haltig, werden grundsätzlich mit 19 % versteuert. Hier kommt es manchmal zu paradoxen Fällen: Eine Orange – als Grundnahrungsmittel mit 7 % besteuert – wäre im Steuerparagraphen-Dschungel grundsätzlich vom Orangen-Direktsaft zu unterscheiden. Hier werden 19 % fällig.

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